
Seid 100 Tagen verzichte ich nun auf zusätzlich zugesetzten Zucker in Lebensmitteln. Zusätzlich vermeide ich mittlerweile auch Weizenprodukte.
Was hat sich für mich verändert und war es einfach auf Zucker zu verzichten ?
Auf Zucker zu verzichten schien mir am Anfang recht einfach zu sein, denn ich war nie wirklich eine totale Naschkatze. Ich habe auch früher schon Zeiten gehabt, in denen ich gar keine Süßigkeiten zu mir genommen habe. Wobei ich in meiner Rechnung stets mein Lieblingsgetränk, den Cappucino, weggelassen habe. Den trank ich gefühlt Literweise an jedem Tag. Wir reden hier von Cappucino aus der Dose, wie man ihn in jedem Supermarkt zu kaufen kriegt. Über viele Jahre hinweg war er eigentlich mein Grundnahrungsmittel Nr.1 . Auf alles andere konnte ich verzichten.
Als ich jedoch vor gut 1,5 Jahren mit dem Rauchen aufhörte, setzten sich Cappucino und Co ganz schnell auf meinen Hüften ab. Ich begann also mit Sport, ernährte mich gesünder und verabschiedete mich von meinem Lieblingsgetränk. Kaffee zog in meine Küche ein.
Warum ich nun irgendwann aber auch auf Zucker verzichten wollte, kann ich gar nicht genau sagen. Ich begann mich irgendwann für die Zuckerfrei – Gruppen auf Facebook zu interessieren, wobei ich meist mit den Rezepten liebäugelte. Monatelang habe ich also in den Gruppen mitgelesen, ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Es schien doch alles recht kompliziert.
Und doch hat mich das Thema irgendwann gepackt. Meine Cappucino – Kilos waren auch noch immer nicht komplett verschwunden, so dass ich das vielleicht als letzten Ausweg sah. Heute ist es viel mehr als das, denn wenn man sich in das Thema hinein liest und sich an den richtigen Stellen informiert, wird einem schnell bewusst, was Zucker eigentlich alles bewirkt und auslöst. Die Zusammenhänge haben mich schockiert und einen Verzicht auf das weiße Kristall, konnte ich nur noch als Gewinn ansehen.
Von einem auf den anderen Tag wurde ich also zuckerfrei. Von einem auf den anderen Tag stand ich morgens mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühl auf. Wahnsinn, das nennt man Entzug. Und wenn das Entzug war, dann war Zucker eine Droge?
Ein paar Tage hatte ich mit diesen Erscheinungen zu kämpfen, alles andere wurde aber schnell deutlich besser. Es dauerte nicht lange, da verspürte ich mehr Energie im Alltag. Nach dem Mittag hatte ich keine Tiefs mehr und auch morgens stand rasch nach dem Weckerklingeln auf, ohne weiter müde zu sein. Dafür konnte ich mich abends vor Müdigkeit kaum auf den Beinen halten, meine Schlafqualität stieg zeitgleich enorm. Mein neues Energielevel machte sich auch in meiner Laune bemerkbar. Nun bin ich eigentlich ein immer gut gelaunter Mensch, aber diese gute Laune, die ich nun verspürte, war nicht zu toppen. Mich konnte nichts mehr aus der Ruhe bringen. Gleichzeitig hatte ich aber auch einen großen Tatendrang, meine Eltern nannten sowas früher: Hummeln im Hintern. So oft ich konnte, ging ich also zum Sport.
Und so ist es noch heute. Meine Haut hat einen sogenannten „Glow“, und selbst kleinste Pickel haben kaum eine Chance. Die Haare glänzen und wachsen irgendwie schneller.
Mein größer Gewinn ist allerdings die Erkenntnis darüber, was ich nun meinem Körper alles nicht mehr antue, und was Zucker hätte alles auslösen können. Wie die Industrie versucht die Leute zu verschaukeln, die Politik das irgendwie deckelt und blind ihre Bürger zu einem gesundem Leben aufruft. Aber das sei nochmal an anderer Stelle diskutiert, das würde hier den Rahmen sprengen.
