Ein Kurztrip ohne Zucker?

Es sind Ferien und ich hatte für mich und die Kinder einen Kurztrip geplant. Begleitet hat mich außerdem meine Schwester, ebenfalls mit Kindern.

Meine erste Anlaufstelle war erstmal eine Tankstelle. Als ich diese betrat, fiel mein Blick sogleich auf die Süßigkeitentheke (ist ja auch genau im Sichtbereich) und stellte fest, noch vor einiger Zeit hätte ich dort zugegriffen und meinen Kindern jeweils einen Schokoriegel mit ins Auto genommen, um ein gutes Gefühl zu signalisieren.

– Das Gefühl, wir fahren jetzt in ein Abenteuer und freuen uns darauf. Das wird gut!

Was für ein Blödsinn. Ich habe natürlich keine Riegel gekauft, und meine Kinder haben auch nicht gefragt.

Für den ersten Tag haben wir uns ein großes Erlebnisbad vorgenommen. Dort haben Kinder immer Hunger. Ich für meinen Teil, konnte überwiegend von meinem Proviant zehren, die Kinder hatten darauf natürlich gar keinen Bock, es gab ja schließlich Eis und Cola um die Ecke .

Vorbereitet und mitgenommen hatte ich Sesam- und Käsestangen, Energyballs und zurecht geschnibbelte Paprika und Gurke. Alles, was meine Kinder zu Hause sehr gern essen, aber, was ihnen in einer Situation wie dieser, überhaupt nicht schmeckt.

Zum Mittag haben wir uns dem Strom in Richtung Kantine angeschlossen. Ein Blick aufs Menü hat gereicht, um zu erkennen, mit zuckerfrei wird das nix. Meine Taktik ist dann immer, das potentiell am wenigsten belastete Essen zu nehmen. In diesem Fall waren das Pommes mit Bratwurst, ohne Ketchup oder Majo, selbstverständlich. Und dazu einen Cappucino, der, wenn er denn richtig hergestellt ist, keinen Zucker enthält.

Ja, ich hätte mir dort auch einen Salat zusammenstellen können, aber Nein, ich konnte mir dort nicht selbst ein Dressing aus Öl und Gewürzen mixen, sondern hätte zu fertigen Saucen in der Tüte greifen müssen. Und Gemüse ohne alles hatte ich in meiner eigenen Snackbox ja schon.

Fertig mit dem Erleben in diesem Bad, haben wir erstmal ins Hotel eingecheckt und uns dann zum Essen bei einem Italiener verabredet. Die Kinder hatten Bock auf Pizza und einen riesen Hunger. Und wie wir bereits wissen, kann man auch da aussuchen was man will, Zucker steckt überall drin, denn er ist ein guter Geschmacksverstärker. Also habe ich etwas gegessen, was ich viele Jahre nicht gegessen habe. Was nicht an meiner Zuckerfreiheit liegt, sonder daran, dass ich eben nicht so häufig essen gehe.

Spaghetti Carbonara vom Italiener

Spaghetti Carbonara… ein Traum…

Vor allem viel zu viel auf meinem Teller, ich war danach pappsatt.

Der Plan für den Abend war, bei zuckerfreien Chips noch Karten zu zocken, aber wir waren allesamt groggy, so dass es nur noch den Weg ins Bett gab.

Unsere Übernachtung war natürlich inklusive Frühstück. Für jeden Geschmack war auch etwas dabei. In meinem Fall, gab es natürlich nicht die riesige Auswahl, aber zuckerfrei, war auf jeden Fall realisierbar. Mit ein bisschen Honigmelone, ein paar Streifen Paprika, Mozarella, Nüssen und Ei war ich bis zum Mittag satt.

Für den zweiten Tag war ein großes, bekanntes „Museum“ angesagt. Wir haben uns die Unterwasserwelt angeschaut und auch erlebt. Auch dort gab es natürlich wieder eine Kantine vor Ort, denn man verbringt schon einiges an Zeit dort.

In dieser Kantine bot sich für mich eine Leibspeise: Eisbein, Sauerkraut und Kartoffeln. Hört sich ja alles erstmal gar nicht so nach Zucker an, und wenn ich das selbst gekocht hätte, wäre dieser auch nicht dabei gewesen. Aber auswärts Essen bedeutet auch immer, dass Zucker und Co als Geschmacksträger und -verstärker eingesetzt werden. Anschließend habe ich auch noch das Eis von meinem Sohn aufgegessen. Lecker Chemie … hat man förmlich geschmeckt.

Ich denke genau dabei aber auch immer daran, dass man sich in diesem Fall auch Ausnahmen gönnen kann. Wobei das bei mir nichts mit gönnen zu tun hat, sondern eher mit antun.

– Man kann sich das mal antun –

Also ihr Lieben, ärgert euch nicht, weil ihr auswärts nichts findet, weil ihr immer was mitnehmen müsst, oder, weil ihr verzweifelt nach Zutaten forscht.

Genießt den Moment und freut euch darauf, zu Hause wieder vollwertig essen zu können. Gemessen am Alltag, sind diese Ausnahmen minimalistisch anzusehen und können uns somit überhaupt nichts anhaben.

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