
Bernd bekam schon im Jahr 2000 die Diagnose Diabetes Typ 2, dazu auch gleich Tabletten und eine Schulung in Sachen Ernährung. Eine Ernährungsberatung sah damals noch wie folgt aus :
Für übergewichtige Menschen mit Diabetes Typ 2 ist eine fettreduzierte, ausgewogene Ernährung wichtiger Teil der Behandlung. Insbesondere versteckte Fette in Wurst, Fleisch, Käse, Saucen, Fertiggerichten, Süßigkeiten und Kuchen oder Gebäck sollte man im Auge behalten, sie jedoch nicht gänzlich aus dem individuellen Ernährungsplan streichen, aber mit Bedacht verzehren.
Von Zucker ist hier keine Rede. Längst aber wissen wir: Fett macht nicht fett, sondern Zucker lagert sich als Fett ein!
Ab dem Jahr 2017 sollte Bernd sich nun gegen den Diabetes dann schon spritzen. Mit einem Gewicht von mittlerweile136 kg ging er ins Krankenhaus, um die zusätzliche Insulinmenge richtig einstellen zu lassen. Die Leber war gar nicht zu sehen, denn mit dem Ultraschallgerät drang man erst gar nicht bis dorthin vor. Es hatten sich dort Unmengen an Fett eingelagert.
„Wenn Sie so weitermachen, sehen wir uns nicht wieder!“ sagte der behandelnde Arzt.
Diese Worte brachten für Bernd ein Umdenken. Um jeden Preis wollte er, dass die zusätzlich gespritzte Menge an Insulin runter gefahren werden konnte. Das bedeutete aber auch, dass er an Gewicht verlieren musste. Er begann seinen Weg zuerst mit „FDH“ , was bedeutet „Friss die Hälfte“. Doch statt der Hälfte, aß Bernd fast gar nichts mehr. In Ausnahmefällen nur noch ein paar Haferflocken, Gemüse, Fleisch und Fisch. Manchmal auch ein paar Beeren dazu.
Als er dann 2018 die Sendung „Riverboot“ sah, hörte er das erste Mal von einem Leben ganz ohne Zucker. In dieser Sendung saß Andrea Ballschuh, eine deutsche Fernseh- und Radiomoderatorin, welche gemeinsam mit Life-Coach Fabienne Bill sich schon vor Jahren, durch eine Zuckerfrei-Challenge, bewusst mit dem Thema Zucker auseinandergesetzt hatte. Seit jeher begleiten und coachen beide selbst einmal im Jahr solch eine 90 Tage Zuckerfrei-Challenge.
Das war für Bernd genau das Richtige, von einen auf den anderen Tag verzichtete er auf Zucker, d.h. er nahm keinen industriell hergestellten Zucker zu sich, keinen Honig, keine Sirupe, keine Konzentrate. In ganz wenigen Ausnahmen verwendete er mal Erythrit. In einer von Andrea und Fabienne geführten Facebook-Gruppe tauschte Bernd sich mit Gleichgesinnten zu diesem Thema aus. Zum Einkaufen ging Bernd sogar mit Lupe, denn Zucker verschwindet auf den Zutatenlisten ja auch gern mal im „Kleingedruckten“.
Bernd hatte keinerlei Entzugserscheinungen und schnell stellten sich auch erste Erfolge ein. So hatte er nach bereits einer Woche 8 Kg an Gewicht verloren. Seine Zuckerwerte wurden in nächster Zeit immer besser und seine Insulinmenge konnte konnte neu eingestellt werden.
Beruflich war und ist Bernd alle 2 Wochen für 2 Wochen auf einem Schiff unterwegs, und das zuckerfrei zu meistern, bedeutet sich viel selbst versorgen zu müssen. Das ist allerdings nicht immer so einfach, da es an Board eine Gemeinschaftsverpflegung gibt. Und auch wenn dort auf viel Fisch zurück gegriffen werden kann, so sind es unter anderem seine Kollegen, die ihm nicht nur Unverständnis entgegen bringen, sondern ihm sogar heimlich Zucker unterjubeln, was soweit geht, dass Bernd das Schiff und die Mannschaft wechseln muss.
Auch von der Familie belächelt, geht er seinen Weg unbeirrt weiter. Trotz der vielen Hindernisse, schafft er es, sein Gewicht drastisch zu reduzieren und nur noch die Hälfte der damaligen Insulinmenge zu brauchen. Deutlich weniger sind nun auch seine Blutdruckmedikamente. Die hohen Cholesterinwerte und sogar die Fettleber sind weg.
Doch was haben wohl die Ärzte dazu gesagt?
Der Zuckerarzt war am Anfang böse, weil Bernd im Alleingang den Zucker weggelassen hat. – Aber mal im Ernst: wäre es denn nicht SEINE Pflicht gewesen, ihm genau das ganz am Anfang schon zu raten und dann dabei auch zu begleiten? – Den Erfolg, den diese Ernährung mit sich gebracht hat, hat den Arzt dann aber doch besänftigt, denn die Medikamentendosis ist ja nun deutlich geringer. Solange alles gut läuft sind die Ärzte zufrieden, entspricht aber irgend etwas nicht der Norm, wird über die Zuckerfreiheit wieder diskutiert.
Es kann ja nicht sein, dass es so „einfach“ sein kann!
