Sandrina

Heute möchte ich euch Sandrina vorstellen, sie ist 32 Jahre alt und lebt in der Schweiz.

Sandrina leidet an Morbus Bechterew, einer chronisch entzündlich rheumatischen Erkrankung mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken. Sie nimmt daher verschiedene Medikamente und hat bereits eine Odyssee an Ärzten hinter sich, bis sie überhaupt zu dieser Diagnose gekommen ist. Ihre Rheumatologin, von welcher sie aktuell behandelt wird, empfiehlt ihr keine Diät zu machen. Warum das aber nicht sein soll, hat Sandrina erstmal nicht gefragt, weil sie verständlicher Weise vorerst an der Diagnose zu knabbern hat.

Und trotzdem erinnert sich Sandrina irgendwann an einen Bericht, den ihr ihr Vater mal zu lesen gab. Einen Bericht über Zucker und seine Auswirkungen. Ja, sogar von Gift sei dort die Rede gewesen. Also beschließt sie eigenmächtig auf Zucker zu verzichten und somit auch zu testen, ob und was das ihrem Körper Gutes bringt.

Seit ca 3 Monaten ist Sandrina nun zuckerfrei , und sie empfindet sich grundsätzlich als nicht mehr so vollgestopft. Sie sagt selbst, sie habe früher oft an Heißhunger gelitten, heute aber bleiben diese Attacken bis auf wenige Ausnahmen aus, und wenn es sie eben doch überkommt, helfen ihr ein Apfel bestreut mit Zimt oder eben ein paar Nüsse darüber hinweg.

Ihre Freunde und die Familie haben die Zuckerfreiheit sehr gut angenommen und akzeptieren das. Nur einmal hat ihr jemand unbedingt ein Stück Kuchen mit den Worten: “ Iss es doch für mich.“ anbieten wollen. Doch mit der Gegenreaktion: „Bauchschmerzen und Völlegefühl übernimmst du ja auch nicht für mich.“ schien die Sache dann geklärt zu sein.

Da Sandrina auch schon vor der Zuckerfreiheit nicht sehr viel Süßes zu sich nimmt, fällt ihr das Weglassen nicht so schwer. Gesüßt wird ab jetzt nur noch mit natürlich vorkommendem Zucker. Statt Marmelade zum Frühstück gibt es nun Haferflocken mit Wasser und Früchten. Eine Nachspeise am Mittagstisch wird durch Obst ersetzt.

Ihren Einkauf macht Sandrina im Super- oder auf dem Wochenmarkt. Bei ersterem schaut sie allerdings nun auch schon zweimal auf die Zutatenliste, um auch ganz gezielt versteckte Zucker zu finden. Wenn es möglich ist, bezieht sie frische Sachen wie Obst und Gemüse aus eigenem Anbau.

Wenn Sandrina Gäste hat, wird nach den Rezepten gekocht und gebacken, die vor ihrer Zuckerfreiheit so üblich waren. Für sich selbst allerdings, stellt sie dann etwas zuckerfreies her oder aber sie verzichtet auf die süßen Speisen. „Gesundheitsbewusste“ Besucher allerdings, schätzen auch die von Fabrikzucker befreiten Desserts und sind durchaus auch schon mal überrascht, wie gut das doch alles schmecken kann. Wenn Sandrina auswärts essen geht, wählt sie das augenscheinlich Gesündeste auf der Speisekarte. Das tat sie aber eigentlich schon immer.

Zu Feiertagen, wie Ostern, lässt Sandrina sich keine Schokolade schenken, aber wenn Mutti Geburtstag hat, darf es, ihr zu Ehren, auch mal ein Stück Torte sein. Bauchschmerzen und Völlegefühl sind dann doch aber die Quittung und ein „Zuckerkater“ folgt am nächsten Tag.

Zur Arbeit nimmt Sandrina sich immer vorbereitetes Essen mit. Für Knabbereien unterwegs, gibt es zurecht geschnittene Karottensticks oder anderes Gemüse.

Die Informationen zum Thema Zucker holt sich Sandrina aus dem Internet. Auch das Buch: „Unsere Nahrung, unser Schicksal“ von Dr med. M. O. Bruker ist eine gute Quelle für sie.

Für ihre Erkrankung hat sich noch nicht viel verändert, aber die Entzündungen sind auch sehr massiv gewesen. Im Allgemeinen ist Sandrina dennoch gelassener und kann in aufreibenden Situationen durchaus ruhiger bleiben. Was die Zuckerfreiheit weiter für die Erkrankung tut, werden wir in der Zukunft verfolgen, und suess.war.gestern wird in regelmäßigen Abständen darüber berichten. So können wir hoffentlich hautnah dabei sein, wenn es heißt: „Ich habe Morbus Bechterew, aber ich bin beschwerdefrei.“

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